Samstag, 31.01.2015 – Wenn nichts läuft wie es soll und trotzdem alles Gut ist

Nach fast zwei Wochen nun endlich wieder ein Lebenszeichen. 2WOCHEN!!! Das ist natürlich das symptomatische Verhalten, dass überlicherweise an den Tag tritt, wenn man unter Stress und Hochdruck sein Leben fristet. Die Dinge, die einem wichtig sind, all die kleinen Projekte treten in den Hintergrund, zugunsten des Überlebens. Gut, in meinem Fall hab‘ ich natürlich währenddessen fleißig an meinem Freudejahr gearbeitet, aber trotzdem war dann das kleine Nickerchen zwischendurch doch wichtiger, als mein Experiment für die Nachwelt zu katalogisieren. Immerhin: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! 🙂

Der Monat war doch anstrengender als gewünscht und trotzdem in vielerlei Hinsicht leichter als erwartet. Ich meine, neuer Job, verschiedene, unbekannte Einsatzorte, ständig neue Menschen, viel Fahrerei, wenig Schlaf…im Grunde keinerlei Konstante. Nur ich, mit meinem Fokus auf ein vor Freude tanzendes, inneres Einhorn und einem ganzen Sack voller Zweifel im Gepäck. Klar zweifel‘ ich. Manchmal an mir, manchmal an meinem Verstand, an der Menschheit im Allgemeinen, am Universum…aber mal ehrlich, das ist doch nur der innere Kritiker, der darauf besteht, die Vergangenheit auf die Gegenwart zu projezieren und keinerlei Hoffnung hegt, dass jemals irgendeine Besserung eintritt. Meistens bringe ich ihn durch das Einhorn zum Schweigen. Gegen Einhörner kann schließlich keiner was sagen. Die sind Fabelwesen und von Natur aus unberechenbar, da hat er einfach keinerlei Erfahrungswerte auf die er zurückgreifen kann. Ich, im Übrigen auch nicht. Manchmal stehe ich daneben und lass das Einhorn einfach machen. Besonders, wenn der Stress überhand nimmt. Und der war in den letzten zwei Wochen auf einem absoluten Hoch. Es ist nicht nur die Arbeit, auch wenn ich derzeit 3 Jobs habe. Die Fahrrerei frisst Unmengen an Zeit, die Kinder brauchen ihre Zuwendung und die Beziehung erfordert ebenso ihre Aufmerksamkeit. Das Zwischenmenschliche im Besonderen. Beziehungen sind überhaupt das Wichtigste. Sie sind sozusagen unser Spiegel. Jede noch so kleine Garstigkeit, jede noch so unbedeutende Geste der Höflichkeit, wird auf uns zurück geworfen. Daher eignen sich Beziehungen auch besonders gut als Kompass. Allerdings gibt es dabei scheinbar eine Regel, die es zu beachten gilt: Nicht jede Aktion kommt unmittelbar vom Empfänger zurück. Also wenn man zum Beispiel im Auto fährt und an der Ampel wie ein Wilder hupt, weil der Vordermann bei Grün keinen Kickstart hinlegt, dann kann es durchaus sein, dass man erst zwei Stunden später Ewigkeiten an einer Kreuzung steht und von niemandem rausgelassen wird. Klingt komisch, ich weiß, aber irgenwie funktioniert das einfach so. Man muss die Sache nur lange genug beobachten (und ich beobachte schon verdammt lange) und findet tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der eigenen Handlungsweise und der der Mitmenschen. Allerdings hab ich auch da eine Ausnahme entdeckt, die ich nie so richtig verstanden habe: Menschen die sich prinzipiell wie Arschlöcher verhalten. Zuerst hab‘ ich die unter die „Erstverschlimmerung “ einsortiert. Aber diese Woche habe ich dann einen Spruch gelesen, der solche Menschen ganz schlicht und einfach erklärt: „Das Licht ist zu schmerzhaft für jemanden, der im Dunkeln bleiben möchten.“ – Eckhart Tolle

Jetzt stellt euch mal vor, ihr sitzt in eurer Dunkelheit, jammert vor euch hin, wie ungerecht das Leben ist und wie sehr euch doch das Leben und die anderen hintergangen haben. Und dann kommt da so ein Einhorn-Mensch daher und knipst das Licht an.  Betreffender Person tun davon so sehr die Augen und Gehirnwindungen weh, weil die ja nur die Dunkelheit gewöhnt sind, dass sie natürlich mit Abwehr, wenn nicht sogar extremer Wut reagiert. (Ähnlich wie ich als Teenager nach einer durchzechten Nacht, wenn meine Oma mich zum Mittagessen wecken wollte.) Bäms. Und schon hast du ein Arschloch. Ich reagiere mittlerweile meistens nur noch mit einem Lächeln. Nicht unbedingt für den Anderen, eher für mich. Im Freude-Jahr-Experiment, kann ich es einfach nicht gebrauchen, die Schwierigkeiten der anderen auf mich zu beziehen. Schließlich überprüfe ich mein Handeln konstant und ohne Unterlass. Und belohnt wurde ich dafür dann in den letzten zwei Wochen auch noch. Nicht nur, dass ich massenweise Komplimente bekommen habe, wie „Sie sind aber eine ganz Liebe.“ , „Sie sind aber gut gelaunt, dass hab‘ ich schon eben an der Kasse bemerkt.“ oder „Du hast uns den Abend gerettet mit deinem Strahlen, alle anderen hier, ziehen ja bloß so ne Fresse.“ Nein, auch habe ich ein neues Jobangebot für meinen Zweitjob bekommen (für mehr Geld, weniger Arbeit), ich wurde beschenkt mit Make-Up und Freundlichkeit, alle noch so stressigen Situationen und unvorhergesehenen Termine sind schlussendlich reibungslos verlaufen und die neue Winterjacke, die ich mir in einem Anfall von Größenwahn geleistet habe, hat sich dermaßen bezahlbar gemacht, dass ich damit (trotz Frostbeulen-Gen) offiziell nach Island reisen würde.

Also alles in Allem kann ich das Freude-Experiment nur einmal mehr als gelungen verbuchen. (An der regelmäßigeren Dokumentation arbeite ich dann im neuen Monat….da ist Karneval, könnte sich lohnen :D).

Eure Kriegerin

Sei dein eigener Held, auch wenn dein Cape dir die Sicht raubt. :)

Sei dein eigener Held, auch wenn dein Cape dir die Sicht raubt. 🙂

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